Das waren die Rock & Metal Day’z 2025

Der infizierte Samstag

Der Samstag beginnt wieder recht früh, Mahlzeiten müssen vorbereitet werden, die Stände gerichtet werden, und natürlich gibt es wieder „Frühstück ab 9“ das nahtlos in die Öffnung des Infields übergeht. Bis zum Auftritt der ersten Band bleibt freilich noch Zeit. Einige Gäste haben daher ein exklusives Whisky-Tasting in einer für die Bands vorgesehenen Pagoden gebucht und überbrücken so die Zeit. In bester Stimmung schliessen sie sich danach den Zuhörern der ersten Band an.

Es handelt sich dabei um Red Running River aus Braunschweig, ihr Set ist ein intensives Erlebnis, geprägt von groovigen Riffs, harten Breakdowns und emotionalen Passagen. Mit markanten harten Screams und tiefen Growls entfesseln sie eine Urenergie, die das Publikum mitzureissen weiss und den letzten Schläfer weckt.

Die Magdeburger von In Demoni setzten dem Ganzen noch eins drauf. Mit ihrem wirklich brutalen Death Metal verkleidet in unschuldigen Bühnenoutfits wecken sie sogar die Toten des 4,5 km entfernten Friedhofs auf. Wer hätte das gedacht, als sie mit Badelatschen, bunten Shorts, diversen Gummipuppen und –tieren die Bühne betreten?

Die dritte Band des Tages hat ihre Alben im Institut für Wohlklangforschung in Hannover aufgenommen, das sagt eigentlich schon fast alles. Source of Rage bieten Melodic Groove Metal der feinen Sorte dar. Mit durchaus tanzbaren Melodien und der nötigen spielerischen Finesse lassen sie bei einem Kaltgetränk Feierlaune und Appetit sowie Durst nach mehr aufkommen.

Und dann ist es Zeit für eine Band, mit der unsere Freunde von Fire Rose letztes Jahr tourten. Entsprechend hatten wir bei Bassist „Mülli“ vorstellig zu werden und eine Nachricht der Feuerrosen zu übermitteln. Nach ihrem Auftritt können wir diesen Austausch am Whiskystand dann noch weiter vertiefen. Natürlich handelt sich um die Schwedisch-Deutsche Combo Jaded Heart, eine sehr sympathische Band erfahrener Musiker ohne jegliche Allüren. Ihre eingängigen Metal-Hymnen ziehen das Publikum unweigerlich in den Bann und nicht umsonst wird frenetisch eine Zugabe gefordert, die der enge Zeitplan sogar noch zulässt, weil weniger geredet und mehr gespielt wurde.

Weiter geht es im bunten Reigen mit ein paar Jungs aus dem Pott, Todsünde mit ihren schwarz-weiss geschminkten Gesichtern und schlichter aber eleganter schwarzer Bühnenkleidung bieten uns groovige Riffs zum Headbangen par excellence dar. Die Band mit ihrer Personalpräsenz macht irrsinnigen Spass, nicht nur zuschauenden Gästen und unserer Crew, sondern sichtbar auch ihnen selbst. Sie drohen an, ihm nächsten Jahr gerne wiederzukommen, notfalls als Sündentod mit weiss-schwarzer Maskerade.

Ist die Stimmung noch steigerungsfähig? Kaum zu glauben, ja sie ist! Mit Leaves‘ Eyes tritt eine wunderbare Symphonic Metal Band auf. Als Seitennote sei erwähnt, Sängerin und Sopranistin Elina Siirala ist zugleich auch Gesangslehrerin unseres Bookers Flo der mit den RMDZ am Donnerstag seinen Bühnenauftritt feierte. Leider verzögert sich der Beginn des Sets durch ein technisches Problem etwas, im Laufe des Abends wird die Verspätung bis zum Ende des Festivals dank Energieleistungen der Bühnencrew wieder aufgeholt. Begleitet werden die sechs Musiker von zwei Normannischen Kriegern des zehnten Jahrhunderts als bewegliche Bühnendekoration. Bemerkenswerterweise handelt es sich dabei nicht um bezahlte Schauspieler oder LARP-Darsteller, sondern waschechte Re-enactors, also Geschichtsdarstellern mit wissenschaftlichem Hintergrund. So ist ihre Bekleidung bis ins kleinste Detail Originalstücken und Grabbeigaben in Museumsqualität nachempfunden. Die epischen Stücke Leaves‘ Eyes’ stehen dieser Qualität in keiner Weise nach, das ist top notch Symphonic Metal! Nebenbei hat Leaves‘ Eyes Label Reigning Phoenix Music unsere Tombolla mit einer nicht unbedeutenden Material- und CD-Spende unterstützt, besonderer Dank da an Vanessa Christodoulou!

Macht dieser Auftritt es für den zweiten Headliner des Abends leichter? Ja und Nein. Ja, weil die Stimmung positiv aufgeheizt ist, nein, weil die Messlatte wirklich sehr hoch liegt. Aber Infected Rain wären nicht Infected Rain, wenn sie diese nicht mit Leichtigkeit überspringen würden. Die Band um die charismatische Sängerin Lena Scissorhands schaut bei einem ihren spärlichen diesjährigen Auftritten in der Tat bei unserem Festival vorbei, befindet sie sich doch gerade im Songwriting und den Aufnahmen für das nächste Album. Leider wird ihre Stimmung von gecancelten Heimflügen bzw. Zwischenstopps etwas getrübt, aber als wahre Profis lassen sich die vier Musiker auf der Bühne nichts davon anmerken. Routiniert spielen Infected Rain ihren Set der sowohl optisch als auch musikalisch für viele der Zuschauer das Highlight des Festival ist. So ist unter anderem eine feste Fangruppe der Band nachgereist, als auch ein Fan über 800 km eigens für Lena und Co. aus Frankreich angereist. Nebenbei, Luna ist diesmal nicht dabei, für Lena’s Hundedame wäre die kurze Tour zu anstrengend geworden.

Zu guter Letzt wird es wieder brutal hart, Milking the Goatmachine übernehmen zu fast mitternächtlicher Stunde das Ruder. Die Ziegenköpfe legen los als gäbe es kein Morgen, obwohl sie von Mitgliederausfällen geplagt werden, so wird z. B. das Schlagzeug von einer Puppe und Soundboardeinspielungen bedient. Guttural und rau geht es mit wahnsinniger Geschwindigkeit vor sich. Das Publikum hat keine Zeit zu verschnaufen oder müde zu werden, zu energiegeladen ist die Abschlussshow. Tja, und dann kommt er doch, der letzte Song und das Festival ist vorbei, wie bereits geschrieben doch noch pünktlich sodass das Infield  nicht überhast verlassen werden muss wegen möglicher Zeitüberschreitung, sondern  noch Zeit für einen letzten Snack, ein Bier, einen Whisky oder Rum und ein Plausch mit den anwesenden Musikern bleibt.

Irgendwann heisst es dann aber doch bis zum Sonntagsfrühstück Abschied vom tollen Gelände zu nehmen. Für die Crew und den verbliebenen Musikern hisst das Startschuss zur After Festival Party. Auch ohne Bierlaune verliert während dieser Party unser Präsident Andreas Horn dann seinen Zopf als Haarspende für den guten Zweck. Die Party dauert für die letzten Bettgeher bis zum frühen Morgen, als es schon graut. Und grausig ist deren Aufstehen, denn es gilt, innerhalb von drei Tagen das Gelände perfekt sauber und aufgeräumt wieder dem MSC Oschersleben zurückzugeben.

Was bleibt zu sagen, dank wahrer Energieleistungen ist das Gelände am Dienstagnachmittag dann tatsächlich sauber und aufgeräumt, im nächsten Jahr dürfen wir wiederkommen. Nahezu zeitgleich mit den Letzten der Crew verlassen dann auch die verbliebenen Camper das Areal, die einen nach Hause, die anderen zum nächsten Festival, das Rockharz ruft und bei uns kann man in nächster Nähe die Zeit bis dahin gratis überbrücken.

A note to our visitors

This website has updated its privacy policy in compliance with changes to European Union data protection law, for all members globally. We’ve also updated our Privacy Policy to give you more information about your rights and responsibilities with respect to your privacy and personal information. Please read this to review the updates about which cookies we use and what information we collect on our site. By continuing to use this site, you are agreeing to our updated privacy policy.

https://obscuro.eu/privacy-policy-2/