Das waren die Rock & Metal Day’z 2025

Der  affige Donnerstag

Bevor das Infield offiziell öffnet besteht ab 9:00 die Möglichkeit, dort ein warmes oder kaltes Frühstück einzunehmen, was durchaus auch genutzt wird, die Preise sind ja zivil genug, sodass sich für viele das Selbstzubereiten gar nicht rentiert. Bis die erste Band spielt, ist genügend Zeit, sich das neue, kuschelige Gelände genauer anzuschauen, einen Blick auf die Merchstände zu werfen, Tombollalose zu kaufen, am Glücksrad zu drehen oder die Getränkestände zu besuchen, wenn man sich nicht auf den Camp Ground zurückziehen möchte. Wenn man Glück hat, erheischt man auch einen Blick auf die eintreffenden Bands, die von ihren persönlichen Betreuern über das Gelände geführt werden und durchaus entwickelt sich daraus dann ein kleines Gespräch. Das ist der Vorteil der kleineren Festivals, als Gast ist man viel näher an den Bands dran und natürlich auch umgekehrt, nur wer es unbedingt will, schirmt sich ab und bleibt im Backstagebereich unter sich, aber das sind die wenigsten.

Um 13:40 ist es dann soweit, pünktlich steigen Voltage 101 die Treppe zur Bühne hoch und legen fulminant los. Ihr schnörkelloser, gradliniger Musikstil in bester Metaltradition lässt aufhorchen und treibt den einen oder anderen Zuhörer auf dem Camp Ground dann letztendlich doch zu so früher Stunde aufs Infield.

Als nächstes stehen dann Valid Blu mit ihrer charismatischen Sängerin Suzen Berlin an. Die Dame und ihre Band haben es in der Tat in sich, viele kennen sie ja auch vom Metal Frenzy Festival und wissen, welche Showelemente nun auf sie zu kommen. Musikalisch ist die Band ohnehin über jeden Zweifel erhaben, vielschichtig und progressiv, provokativ und am Zeitgeschehen dran wissen die Musiker genau, was sie tun. Suzen bleibt uns als Gast dann noch für das restliche Festival erhalten und das war schön so.

Bei Bury The Liar spalten sich die Geister, ihr extremer Metalcore spaltet das Publikum. Nicht jeder kommt mit der Brutalität und Härte der Musik zurecht. Wohlgemerkt, es ist eine Kunst, so schnell und so präzise zu spielen und sich halb im Schrei, halb im Growl auszudrücken. Hat man das Konzept einmal verstanden weiss man die unterschwellige Aggression wirklich zu geniessen.

Etwas „ruhiger“ und weniger hektisch wird es danach mit Thrash-Legende Eradicator. Optisch besonders auffällig ist natürlich die Haarpracht von Sänger und Gitarrist Sebastian Stöber. In 21 Jahren Bandgeschichte haben die vier Thrasher nichts verlernt und geben Vollgas von der ersten bis zur letzten Minute. Darüber hinaus zeigen die Jungs, eigentlich ja trotz des noch jungen Alters schon Veteranen, sich später als sehr publikumsnah und mischen sich einfach unter das Publikum. So ist das halt, wenn man seine Band im Alter von um die 15 Jahre gründet…

Traditioneller und vor allem erstmals Britisch auf unserem Festival wird es mit Fury aus Birmingham. Die Band um Sänger und Gitarrist Julian Jenkins und Bassistin Becky Baldwin, auch bekannt als Bassistin von Mercyful Fate oder durch ihre früheren Bands wie Dorja, Triaxis und Hands Off Gretel spielt astreinen Old School Heavy Metal im besten Stil der frühen Iron Maiden, Judas Priest, Saxon oder auch Def Leppard. Nein, eigentlich nicht, eigentlich haben sich die fünf Musiker darauf basierend sehr stark weiterentwickelt was auch der tollen, bluesigen Stimme von Sängerin Nyah Ifill und den komplizierten Bassläufen Becky’s zu verdanken ist. Nach ihrem einstündigen Auftritt wollen sie eigentlich kurz ins Hotel, Instrumente wegbringen, sich frischmachen und wieder kommen, aber wie es so ist, sie bleiben und bleiben unter dem Publikum sitzend, bis die letzte Band gespielt hat und sie nun wirklich ins Hotel müssen, da es am nächsten Morgen sehr früh nach Breda in den Niederlanden für das letzte Konzert der kleinen Tour geht. Wem sie gefallen haben, Anfang September erscheint das neue Album „Interceptor“.

Bevor es zum Headliner kommt, spielen erstmal Victory auf. Mit ihnen bleibt es zunächst sehr traditionell. Sie stehen Fury in nichts nach. Der Stil ist ähnlich, aber doch anders, Old School Heavy Metal eben. Gut gemacht und das Publikum begeisternd, aber was will man von einer Band, die mit Unterbrechungen seit 41 Jahren existiert auch anderes erwarten? Richtig, nichts, ausser frischem, präzisem Spiel gepaart mit ihrer Erfahrung, um einen gelungenen Auftritt hinzulegen.

Nun ist es endlich soweit, es wird etwas karibisch. Zwar handelt es sich nicht um Jamaica, sondern Osnabrück, aber Mr. Hurley und die Pulveraffen verwandeln die Bühne und das Festivalgelände in Tortuga und die Elemente der sieben Piratenweltmeere. Professionell und routiniert spielen sie ihr gewohnt Spass machendes Set, angepasst natürlich an unser kleines Festival. Immerhin befindet sich die Band mit ihrer Crew gerade auf Festivaltour. Sie ist also eingespielt und funktioniert präzise wie ein Uhrwerk. Jede Bewegung, jede Geste sitzt perfekt, ohne eine gewisse Spontanität zu vernachlässigen.

Mit Darkness, es ist mittlerweile wirklich dunkel, wird es dann wieder metallisch. Die Mannen um Lee Weinberg brillieren mit feinsten Thrashmetal zu später Stunde. Mit ebenfalls über 40 Jahren auf dem Buckel spielen sie auf wie junge Götter denen man eine Gitarre in die Hand gegeben und alle Knöpfe auf zehn gedreht hat. Bei der Gelegenheit, am 27. September spielen sie in Essen ihre offizielle 40jährige Jubiläumsshow, merkt euch den Termin mal vor, es rentiert sich.

Ein langer Tag ist vorbei, nicht für alle, noch stehen die Gäste an Bier- und Whiskystand an um einen Absacker oder ein Weggetränk ins Camp zu geniessen. Danach folgt für uns noch ein kurzer Abstecher in das Backstagezelt, ein verdientes Feierabendbier genossen und kurz den ereignisreichen Tag resümiert und dann „Zähne putzen, pullern, ab ins Bett“ 😉.

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